Fechten


Die aktuelle Weltrangliste: Einzel | Team


1. Worum es geht
Die Idee des Fechtsports ist wohl fast so alt wie die Menschheit: man stelle
sich nur einen Menschen der Steinzeit vor, der mit einer Keule Jagd auf Waffen
ein Tier macht. Einfach gesagt geht es darum zu treffen, ohne getroffen
zu werden.Einige Dinge haben sich nun aber seit der Steinzeit
doch verändert.

 

2. Waffen
Im modernen Sportfechten unterscheidet man drei verschiedene Waffen:
Florett, Degen und Säbel.
Jede Waffe hat eine ganz eigene
Charakteristik, wie unten noch gezeigt wird.

 

 2.1 Degen
Der Degen ist eine „Stichwaffe“, d.h. Treffer können (nur) durch Stoß auf den Gegner erzielt
werden. Dazu befindet sich an der Spitze der
Waffe eine Art Druckknopf, der, sobald er mit
mehr als 750 g belastet wird, ähnlich wie eindegenfechter
Lichtschalter, eine farbige Lampe (sog.
Trefferanzeige) zum Leuchten bringt. Grün für
den einen – rot für den anderen Fechter. Treffen
beide Fechter innerhalb einer 1/25 Sek.
gleichzeitig, leuchten beide Lampen auf und
jeder Fechter erhält einen „Punkt“ (sog.
Doppeltreffer). Treffer können auf dem
gesamten Körper des Gegners erzielt werden

 

2.2 Florett
Die Funktionsweise des Floretts ist prinzipiell ähnlich. Treffer können hier etwas leichter, d.h.
nur mit mehr als 500g ausgelöst werden.
Allerdings ist die gültige Trefffläche beim
Florett nur der Rumpf (grob gesagt: Brust,florettfechter
Bauch u. Rücken) des Fechters (Abb. 3). Leicht
zu erkennen an der (meist) grauen Metallweste,
die die Fechter tragen. Trifft die Spitze aber
bspw. den Arm, leuchtet eine weiße
(=ungültige) Lampe auf. Diese Treffer zählen
nicht, führen aber zur Gefechtsunterbrechung.
Und nun zum komplizierten Teil: Einen
„Punkt“ bekommt nicht, wer zuerst trifft,
sondern nur der Fechter, der im Besitz des sog. Angriffsrechts ist,
d.h. zum Beispiel der seinen Angriff zuerst startet.
Der Gegner muss dann, um selbst punkten zu können, den
Angriff zunächst abwehren (parieren). Wessen Aktion schließlich
im Recht war, entscheidet der Kampfrichter.

saebelfechter

2.3 Säbel
Die dritte Waffe, der Säbel, unterscheidet sich in
sofern deutlicher von den beiden anderen, als
man mit ihm Treffer durch Hieb u. Stoß erzielen
kann. Die gültige Trefffläche ist hier alles
oberhalb der Gürtellinie, außer dem Handrücken
des bewaffneten Arms (Abb. 4). Auch beim
Säbel gibt es, wie im Florett, ein Angriffsrecht.

 

 

3. Ausrüstung

3.1 Fechtkleidung
Die Fechter treffen natürlich nicht ungeschützt aufeinander. Sowohl im Training, als auch im
Wettkampf schreibt der Weltverband die F.I.E. bzw. die nationalen Verbände eine strenge
„Kleiderordnung“ vor. Die korrekte Kleidung des Fechters besteht aus:
_ Der oben schon erwähnten E-Weste bei Säbel und Florett,
_ Fechtjacke und Fechthose aus Kevlar, welches verhindert das die Gegnerische Klinge
die Kleidung durchdringt,
_ einer Unterziehweste,
_ Brust- bzw. Tiefschutz,
_ Fechtstrümpfen,
_ Fechtschuhen,
_ einem Körperkabel,
_ einem gepolstertem Handschuh und
_ einer Maske, die den Kopf durch ein Drahtgeflecht (alternativ auch mit Visier aus
Plexiglas) schützt.

3.2 Fechtbahn
Gefochten wird auf einer Metallbahn (Planche), die zum einen insbesondere im Degen gegen
Bodentreffer isoliert, zum anderen aber auch durch verschiedene Markierungen den
Bewegungsraum der Fechter begrenzt (Abb. 6). Bei größeren Turnieren kann diese Bahn auch
etwas erhöht sein – die sog. Hochbahn. Weiterhin benötigt man eine Trefferanzeige, den
Melder, mit dem die beiden Fechter durch eine Kabelrolle verbunden sind.


Fechtbahn

 

 

 

 

 

 

4. Modus

4.1 Einzel
Ein Gefecht dauert in den Runden drei Minuten. Sieger ist derjenige, der als erster fünf oder
in dieser Zeit die meisten Treffer erzielt hat. In der Direktausscheidung wird dann maximal 3
x 3 Minuten, auf 15 Treffer gefochten. Zwischen den Drittel haben die Fechter jeweils eine
Pause von einer Minute.
Steht es nach Ablauf der Gefechtszeit unentschieden, wird noch eine Minute lang um einen
entscheidenden Treffer („sudden death“) gefochten, danach entscheidet das Los.

4.2 Mannschaft
Eine Mannschaft besteht aus drei Fechtern plus einem Ersatzfechter, der im Verlaufe des Mannschaftskampfes eingewechselt werden kann. Jeder Fechter einer Mannschaft ficht gegen jeden Fechter der gegnerischen Mannschaft, so dass ein Mannschaftskampf aus neun Einzelgefechten besteht, die jeweils maximal drei Minuten dauern. Die Reihenfolge ist im Reglement festgelegt. Mannschaftskämpfe werden im Stafettenmodus ausgetragen, das heißt die Fechter übernehmen den Trefferstand aus dem vorherigen Gefecht. Im ersten Gefecht wird auf fünf Treffer gefochten, im zweiten auf zehn usw. Im letzten Gefecht wird dementsprechend gefochten, bis eine Mannschaft 45 Treffer erreicht oder die drei Minuten abgelaufen sind. Bei Gleichstand wird wie im Einzelgefecht verfahren.
Insbesondere in der Mannschaft kann sehr taktisch gefochten werden. Läuft nach dem ersten Gefecht beispielsweise beim Stande vom 1:1 die Zeit ab, übernehmen die nächsten fechter diesen stand und Fechten weiter auf 10 Treffer. So können Mannschaften ihre Taktik jeweils den gegnerischen Fechtern anpassen.

 

Quellen:
_Fechterbund Saar (www.fechten-saarland.de)
_Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Fechten)